Der Islam - Anspruch und Wirklichkeit

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KREIS VIERSEN. Unter dem Motto „Der Islam – Anspruch und Wirklichkeit“ hatte die Senioren-Union, Kreisvereinigung Viersen und Bezirksvereinigung Niederrhein, ins Forum des Kreishauses mit der Absicht eingeladen, für Toleranz und Miteinander der Religionen und Kulturen zu werben. Ein wichtiges Unterfangen gerade vor dem Hintergrund der Charlie-Hebdo-Morde, aber auch der Pegida-Demonstrationen.

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Über achtzig interessierte Zuhörer waren erschienen, um den Ausführungen der drei Referentinnen zu folgen. Mit Cemile Giousouf, Integrationsbeauftrage der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Serap Güler, Sprecherin des Integrationsausschusses und der Islamwissenschaftlerin Patricia Jessen, konnte der Vorsitzende Reinhard Maly drei fachkundige Referentinnen begrüßen, wobei er deutlich machte, dass jeder Anschlag der Islamisten auch ein Anschlag auf den Islam darstellt.
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Nach einer Schweigeminute für die Opfer des Pariser Anschlages eröffnete Bennet Gielen, Vorsitzender CDU Niederkrüchten und Bürgermeisterkandidat, die Fragestunde:

„Schließt der Koran Demokratie aus?“
Hierzu erklärte Serap Güler als bekennende Muslima, dass Demokratie und Koran sehr wohl denkbar sind, denn der Prophet meint hierzu, man solle sich des eigenen Verstandes bedienen. Terroristen jedoch missbrauchen den Islam für ihre eigenen machtpolitischen Zwecke. Allerdings ergab es sich in der weiteren Diskussion, dass es keinen islamischen Staat gibt, der eine Demokratie ist. Hierbei wurde deutlich, dass sich auch die Türkei von dieser Staatsform entfernt.

„Was muss die Politik tun?“
Die Integrationspolitik ist verschlafen worden, obwohl Cemile Giousouf sieht, dass die Bildungschancen für Einwanderer sich verbessert haben. Das ist auch wichtig, denn bildungsferne Schichten sind anfällig für Extremismus. „Warum wird in den Moscheen nicht auf Deutsch gepredigt und wo sind die islamischen Gelehrten, die sich gegen den Terror stellen?“ Hier sah Patricia Jessen einen Wandel, denn inzwischen werden Imane auch in Deutschland, so in Münster, ausgebildet. Wichtig ist auch, dass in den Schulen Religionsunterricht stattfindet, denn das ist gut für Muslime in Deutschland. So kann verhindert werden, dass Jugendliche durch das Internet zu extremen Gruppen kommen. Man muss versuchen, die Gewaltspirale zu unterbrechen und muss Jugendlichen klar machen, dass man unterschiedliche Positionen haben kann, ohne sich zu hassen.

„Was kann der Islam dazu beitragen, das Zusammenleben zu verbessern?“
Zu dieser Frage hatte ein Zuhörer aus Tunesien die versöhnlichste Antwort dieses sehr interessanten Abends: „Wichtig ist, dass wir keine Gäste sind, sondern ein Teil dieser Gesellschaft und dass wir zusammen sind und dass wir eins sind!“Islam1a